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Auch wer nur ganz kurz in Lissabon weilt, wird alsbald bemerken, welchen Stellenwert das Essen hat und welch großen Raum es im alltäglichen Leben der Portugiesen einnimmt. Erschwingliche Restaurants gibt es an jeder Ecke, und für die meisten Lissabonner ersetzen sie die Kantine. Das Frühstück ist allerdings eher unbedeutend: ein Kaffee im Stehen, dazu vielleicht ein kleiner Kuchen oder ein Toast mit Butter, torrada geheißen. Mit dem Mittagessen beginnt dann das echte kulinarische Leben: Oliven, Brot, Suppe, Hauptgericht, Nachtisch, Kaffee, Tresterschnaps oder Whiskey, klar, daß sich halbstündige Mittagspausen in Portugal nie durchsetzen konnten. |
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Aber auch zwischen den Mahlzeiten gibt es keinen Grund zur Verzweiflung: Kleine Kuchen, Pasteten und Salziges mit einem Imperial, einem Bier vom Faß, helfen, die Pausen zu überbrücken. Fisch und Meeresfrüchte (mariscos), dazu Gemüse und Obst sind vor allem zu empfehlen - alles, was frisch ist. Davon lebt die portugiesische Küche weit mehr als von feinen Gewürzen oder raffinierten Zubereitungen. Die einfachen Gerichte aus den ländlichen Regionen sind in erster Linie deftig-rustikal und sehr sättigend. In den Lissabonner Restaurants werden typische Gerichte aus den verschiedenen Provinzen des Landes serviert. Besonders die Küche aus Nordportugal und dem Alentejo, z.B. porco à alentejana, Schweinefleisch mit Muscheln, sind vertreten. Und natürlich der bacalhau, Stockfisch, einst das Essen der Armen, heute Nationalgericht und nicht mehr ganz billig. Das Hähnchen hat den bacalhau in dieser Funktion längst abgelöst. |
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Das Abendessen fällt normalerweise ebenso üppig wie der Mittagstisch aus. Übrigens, Salat muß man oft extra bestellen, er gehört noch immer nicht so recht zum Essen dazu. Tradition hat bei älteren Lissabonnern auch noch die Suppe (sopa) nach dem Essen. Neben Fisch gehören cabrito, Zicklein, und borrego, Lamm, zu den Küchenstandards, alles im Ofen zubereitet, auch ein bife da casa, ein Steak mit einem Spiegelei, findet sich auf fast jeder Speisekarte. Bei den preiswerten Restaurants ist in der Regel keine Reservierung möglich. Für die teuren Restaurants empfiehlt sich für das Wochenende eine Reservierung. Der Sonntag ist kulinarisch oft eine Enttäuschung, da viele Restaurants dann ihren Ruhetag haben |
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| Getränke Zum Essen wird Wasser oder Wein getrunken, ob Rot oder Weiß, manchmal auch Rosé, spielt keine Rolle, Geschmack, nicht Konvention entscheidet. Weinliebhaber kommen in Portugal voll auf ihre Kosten. Jedes Restaurant bietet einen preiswerten Hauswein (vinho da casa) an. Auf der Weinkarte findet man, nach Regionen unterteilt, noch zahlreiche andere Rot- und Weißweine. Es ist durchaus zu empfehlen, jeweils die Weine der Region zu probieren, die man bereist. Wer es gerne leichter mag, dem sei der vinho verde ans Herz gelegt, ein prickelnder junger Weißwein aus der nördlichen Provinz Minho mit ca. 9 % Alkoholgehalt. Die Marken "Alvarinho" oder "Ponte de Lima" sind ausgezeichnet. Weniger bekannt ist der rote vinho verde, den es auch vom Faß gibt. Der berühmte vinho do Porto ist ein mit Brandy angereicherter Wein, der in Eichenfässern gelagert wird. |
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